Kategorie: Rassistischer Mob

Gegen den türkischen Angriffskrieg und rechten Terror

Der mörderische Angriffskrieg der Türkei und des IS gegen die Menschen in den kurdischen Autonomiegebieten, die widerwärtige deutsch-europäische Asylpolitik inklusive des rechten Terrors gegen Schutzsuchende und die versuchte Zensur gegenüber netzpolitik.org von Seiten der Bundesanwaltschaft trieben uns heute auf die Erfurter Straßen. Hier ist unser Redebeitrag für die Demonstration vom 31.07.2015, 20:00 Uhr, dokumentiert:

Am 28.07.2015 kündigte der türkische Präsident und Quasi-Diktator Erdogan den Friedensprozess mit der kurdischen Arbeiterpartei PKK auf. Die Türkei leitete Strafverfahren gegen die Vorsitzenden der kurdisch-linken Partei HDP ein, weil diese angeblich Kontakte zur PKK hätten – die gesamte Fraktion beantragte aus Solidarität die Aufhebung ihrer Immunität.
In der Folge wurden Stellungen der kurdischen Selbstverteidigungskräfte in Syrien und im Nordirak von der türkischen Armee bombardiert, in der Türkei wurden PKK-Stellungen angegriffen. Es handelt sich um einen Angriffskrieg gegen die kurdischen Autonomiegebiete. Bedrohte Bevölkerungsteile werden bei Protesten gegen diese Politik von Sicherheitskräften zusammengeschlagen. Es ist kaum ein Wunder, dass die Bundesregierung in internationalen Gremien und auf diplomatischer Ebene nicht gegen die Verbrechen der türkischen Regierung interveniert. Militärische und ökonomische Abkommen zwischen Deutschland und der Türkei, sowie die Eigenschaft als Bollwerk gegen den IS vor Europa werden ins Feld geführt, wenn eine klare Benennung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit gefordert wird.

Das Völkerrecht besteht ebenso aus Gummi, wie das Grundrecht auf Asyl in Europa bis zum Bersten gebogen werden kann. Die europäischen Rechts- und Sozialstaaten driften immer weiter zurück in den braunen Sumpf, aus welchem sie 1945 herausgebombt wurden. Dabei steht ihnen ihre Bevölkerung in nichts nach, was sich in letzter Zeit immer mehr in Brandanschlägen und Drohungen manifestiert, welche sich gegen Schutzsuchende richten – diese sind vielfach vor dem Islamischen Staat in Syrien auf der Flucht.
Sprüche, die Refugees sollten doch in „ihre Heimat“ zurückkehren, spiegeln dabei in Deutschland nur den Abschiebe- und Abschottungswahn europäischer Staaten wider. Fast schon als selbsterfüllende Prophezeiung überschatten terroristische Anschläge den Tag, werden alltäglich. Doch gehen diese nicht, wie vielfach von rechts vorhergesagt, von Flüchtlingen aus. Nein – die hier heimische Bevölkerung agiert mit terroristischen Mitteln. Brandanschläge, gezielte Körperverletzungen und Bombenattentate richten sich gegen Menschen, welche kaum mehr, als ihr Leben haben und gegen diejenigen, welche sie unterstützen. Der Staat deckt diese Aggressionen und schafft mit inszenierten Zeltstädten wie in Dresden ein ‚das-Boot-ist-voll‘-Klima. Anstatt Waffenexporte, Automobilkonzerne und nicht rentable Energieriesen weiterhin mit Subventionen zu unterfüttern, sollten Schutzsuchenden echte Schutzräume gewehrt werden. Es stehen Unmengen an Gebäuden leer – hier in Erfurt ganze Straßenzüge. Dass diese nicht saniert und als Sozialwohnungen genutzt werden, ist einfach nur zynisch. Einer der reichsten Staaten der Erde schafft es nicht, ein paar Tausend von 52 Millionen weltweit auf der Flucht befindlichen Menschen unterzubringen – und das bei einem sich seit Jahren vollziehendem Bevölkerungsschwund.

Ebenso ist die Bundesrepublik momentan dabei, das Grundrecht auf Pressefreiheit auszuhebeln, indem Investigativjournalisten vom Blog „netzpolitik.org“ von der Bundesanwaltschaft als Landesverräter verfolgt werden. Sie hatten geheime Dokumente des Verfassungsschutzes veröffentlicht, welche die Ausspähung der eigenen Bevölkerung betrafen. Dieser Vorgang kann nicht getrennt von der restlichen Politik betrachtet werden. Immer aggressiver agierende Nationalstaaten bekämpfen offensiv ihre Bevölkerung, versuchen Oppositionelle mit unterschiedlichen Mitteln aus dem Weg zu räumen.

Wir erwarten von der Thüringischen Landesregierung folgendes:
• Sie muss sich konsequent dafür einsetzen, dass die Bundesregierung innerhalb von NATO und UN-Sicherheitsrat auf die Ächtung des völkerrechtswidrigen türkischen Angriffskrieges gegen die kurdische Bevölkerung hinwirkt.
• Zudem müssen sämtliche kurdische Organisationen von internationalen Terrorlisten gestrichen werden. Die Verteidigung gegen einen Angriffskrieg ist legal und legitim – terroristisch agieren die Türkei und der Islamische Staat.
• Die Beobachtung kurdischer Organisationen in Deutschland durch Verfassungsschutzbehörden ist zu beenden, sie entbehrt jeglicher Grundlage.
• Der Schutz von vor Terror fliehenden Menschen ist ein umzusetzendes Grundrecht. Im gleichen Zuge muss der Terrorismus, welcher von der deutschen Bevölkerung ausgeht, als solcher benannt und bekämpft werden.
• Der versuchten Aushöhlung der Pressefreiheit muss innerhalb von Bundesorganen eine klare Absage erteilt werden. Investigativer Journalismus ist das einzige Mittel der Bevölkerung, um geheimdienstliche Aktivitäten kontrollieren zu können. Vielmehr sollten Geheimdienste konsequent abgeschaltet werden. Sie haben bisher keinen Angriff auf Geflüchtete verhindert, sondern selbst Terrororganisationen wie den NSU aufgebaut.

1. & 2. Mai – Nazis in Erfurt blockieren!

via http://noway.blogsport.eu/

1. Mai – NPD-Aufmarsch zum Desaster machen!

Am 1. Mai 2015 will die Thüringer NPD erneut in Erfurt aufmarschieren. Die Nazi-Partei will gegen die rot-rot-grüne Landesregierung, „die etablierte Politik“ im Allgemeinen und Flüchtlinge demonstrieren. Rassistisch fordert die Partei, es gehe ihr ausschließlich um „soziale Gerechtigkeit für alle Deutschen statt einer untergerechten Almosenpolitik für alle Fremden“. Angemeldet sind hierbei 200 Teilnhemer*innen.

Die angemeldete Route der Neo-Nazis:
Hauptbahnhof (Willy-Brandt-Platz) → Bahnhofstunnel → Windhorststraße → Johann-Sebastian-Bach-Straße → Arnstädter Straße → Schillerstraße → Bahnhofstunnel → Bahnhofsvorplatz (Willy-Brandt-Platz)

Wichtige Anlaufpunkte und Infos am 1.Mai:

→ Antifa-Demo // Anger // Start 9:00 Uhr
→ genehmigte Kundgebung // Windhorstraße-Nonnenrain // Start 10:00 Uhr

Infos an dem Tag selber bekommt ihr über den Twitter-Account der antifaschistischen Koordination Erfurt [ake]: https://twitter.com/akerfurt und unter dem Hashtag #1maiEF

Aktionkarte für den 1.Mai:

1Mai_All
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2. Mai – ‚HogeSa‘-Aufmarsch zum Scheitern bringen!

Die beauflagte Route der rechten Hooligans beginnt auf dem Domplatz → Lauentor → Casanusstraße → Maximilian-Welsch-Straße → Theaterplatz → Mainzerhofstraße → Domstraße → Domplatz

Wichtige Anlaufpunkte und Infos am 2.Mai:

 Kundgebungen // rund um den Hauptbahnhof // Start 11:00 Uhr

Infos an dem Tag selber bekommt ihr über den Twitter-Account des antifaschistischen Bündnis Platzverweis: https://twitter.com/platzverweisEF und unter dem Hashtag #nowayEF

Nummer des EA (Ermittlungsausschuss): 01575 / 33 52 28 9

Aktionkarte für den 2.Mai:

2Mai_All
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Kartenausschnitt Bahnhof Erfurt:

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Immer aktuelle Infos: http://noway.blogsport.eu/

 

 

Bündnis „Platzverweis für rechte Hooligans!“ nimmt die Arbeit auf

Unter dem Motto „Platzverweis für rechte Hooligans! Rote Karte für Rassismus und Nationalismus!“ mobilisiert ein breites Bündnis in Erfurt gegen einen bevorstehenden Aufmarsch rechter Hooligans und Neonazis.

Hintergrund ist der von dem Hooligan-Verein „Gemeinsam-Stark Deutschland“ mit 1.000 Teilnehmer*innen angemeldete Aufmarsch am 15.03.2015 in der thüringischen Landeshauptstadt. Ein Blick auf den Vorstand des Vereins mit Sitz in Nürnberg und seine Akteure zeigt, dass er aus dem extrem rechten Spektrum der „Hooligans gegen Salafisten“ (HogeSa) erwachsen ist, die im vergangenen Oktober in Köln mit Gewaltattacken, rassistischen Jagdszenen und militanten Übergriffen von sich reden gemacht haben. Auch in Erfurt ist das Motto „Gemeinsam gegen Salafisten“ nur vorgeschoben, letztlich sollen am 15.03. rassistische und rechte Parolen auf die Straße getragen werden.

Ziel des Bündnisses aus Gewerkschaften, Parteien, antifaschistischen Initiativen, Vereinen und Jugendverbänden ist es, den Aufmarsch oder eine Kundgebung der Hooligans und Neonazis am 15.03. gar nicht erst stattfinden zu lassen. Zu diesem Zweck sind bei der Stadt bereits mehr als zehn Anmeldungen für Protestkundgebungen eingegangen, bevor die Anmeldung des Nürnberger Vereins Erfurt überhaupt erreicht hatte. Seitens der Verantwortlichen in der Verwaltung bleibt aber auch einen Monat nach dem Eingang der Anmeldungen eine Reaktion noch immer aus. Was Erfurt am 15.03. erwartet, hat sich aber bereits bei einem antiamerikanischen und antisemitischen Aufmarsch Ende Januar gezeigt, aus dem heraus bis zu 200 Hooligans und organisierte Neonazis unter den Augen der Polizei immer wieder Gegendemonstrant*innen und Journalist*innen angriffen. Spätestens nach diesen Vorfällen müssen Verwaltung und Stadtrat die Bedrohung ernst nehmen und endlich reagieren. Unabhängig davon verfolgt das Bündnis „Platzverweis für rechte Hooligans!“ weiterhin sein Ziel: „Wir werden sie stoppen! Gemeinsam!“

Auf der Homepage http://platzverweis.noblogs.org/ befinden sich sowohl weiterführende Informationen als auch der Aufruf, der mit einer Mail an platzverweis@riseup.net unterzeichnet werden kann.

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Antisemiten Elsässer und Feist wieder in Erfurt!

Heute – 19.02.2015 19Uhr – soll Jürgen Elsässer – Chefredakteur des extrem rechten Compact-Magazins – im Radisson Blu Hotel Erfurt auftreten. Zudem ist Peter Feist angekündigt, welcher bereits mehrfach antisemitisch in Erscheinung trat – zum Beispiel, als er von ‚Judenpresse‘ sprach.

Am 14.02.2015 erst veröffentlichte er auf seinem Blog einen von Grund auf rassistischen Artikel¹ über aus dem Kosovo stammende Flüchtlinge. Er spricht ihnen ab, politisch verfolgt zu sein. Da der deutsche Bundesrat die Kosovarischen Staaten mit Beschluss vom 19. September 2014 in letzter Instanz zu ‚sicheren Drittstaaten‘ adelte, gibt es de jure keine politische Verfolgung mehr in diesen Staaten. De facto sind die Flüchtenden aus dem Kosovo Roma – welche europaweit seit Jahrhunderten entrechtet & als Menschen zweiter Klasse leben müssen. In Erfurt sind dadurch viele Familien von der Abschiebung bedroht, obwohl sie in ihren Herkunftsländern Grausamkeiten seitens Staat und Bevölkerung ausgesetzt waren. Der Zugang zum Gesundheitssystem bspw ist extrem eingeschränkt, Operationen müssen aus der eigenen Tasche finanziert werden – welche aufgrund von Arbeitsverboten und der gezielten Nicht-Einstellung von Roma maximal zum Überleben reicht. Einige der von Abschiebung bedrohten Personen sind genau wegen diesen Zuständen geflohen – und ebenjene versucht Elsässer in seinem Artikel schlichtweg mit dem Verweis auf die Gesetzeslage zu leugnen.

Die 2013 von Elsässer durchgeführt „Compact-Konferenz“ war ein Treffen homosexuellen- und ausländerfeindlicher Spinner. Tilo Sarrazin gehörte zu den Redner*innen, Eva Herman und weitere extrem rechte Personen waren eingeladen.²

Elsässer hat die vom Iranischen Staat praktizierte Folter an Aufständischen gelobt:

„Das sollen die Repräsentanten des iranischen Volkes sein, oder auch nur der iranischen Opposition? Da lachen die Hühner im Capitol! Hier wollen Discomiezen, Teheraner Drogenjunkies und die Strichjungen des Finanzkapitals eine Party feiern. Gut, dass Ahmidenedschads Leute ein bisschen aufpassen und den einen oder anderen in einen Darkroom befördert haben.“³

Zudem lies sich Elsässer mit Mahmud Ahmadinedschad bei einer Iran-Reise ablichten.  An der damaligen Reise nahmen noch weitere Antisemit*innen wie Elias Davidsson teil.4 ­

Wir könnten noch weiter aufzählen, wo sich Elsässer und sein Umfeld antisemitisch und rassistisch betätigten. Jedoch sprechen die genannten Vorgänge für sich und zeigen eine Kontinuität auf. Auf Peter Feist wurde in einem anderen Artikel bereits intensiv eingegangen. Dieser ist hier verlinkt.

Wir fordern die Leitung des Radisson Blu Hotel dazu auf, diese Veranstaltung zu unterbinden. Anderenfalls werden wir 18:30Uhr zur Stelle (Juri Gagarin Ring, 127, 99084 Erfurt) sein, um den Antisemit*innen, Homophoben und Rassist*innen den Tag zu versauen.

https://juergenelsaesser.wordpress.com/2015/02/14/hilfe-die-albaner-kommen-bitte-sofort-abschieben/
2 http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/compact-veranstaltung-krude-thesen-der-homosexuellenhasser-a-935310.html
3 https://juergenelsaesser.wordpress.com/2009/06/15/gluckwunsch-ahmadinedschad/
http://inrur.info/wiki/April_2012_Iran_Reise_deutscher_Verschwörungs_Antisemiten

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PEGADA/EnDgAmE wie erwartet gewaltätig. Staat schützt wieder Nazis.

An der heutigen PEGADA/EnDgAmE-Veranstaltung in Erfurt nahmen, wie bereits von uns erwartet, diverse gewalttätige Neo-Nazis und Hooligans teil. Es kam zu massiven Übergriffen auf am Gegenprotest teilnehmende Personen. Unter anderem attackierten 40 Nazi-Hools eine Gruppe und zerstörten deren Transparent. Als versucht wurde, den Naziaufmarsch zu stoppen, brachen organisierte Neo-Nazis aus und versuchten, Antifaschist*innen zu jagen.

Das Innenministerium und die Cops waren informiert, dass eine hohe Gefahr vom EnDgAmE ausgehen wird. Es war bekannt, dass sich bis zu 800 erfahrungsgemäß gewaltbereite Personen versammeln werden. HogeSa, das nazistische Onlineportal Altermedia, “Reichsbürger“ und Verschwörungsideolog*innen hatten zur Teilnahme aufgerufen. Da sich aber auf die Einschätzung vom Thüringer Verfassungsschutz verlassen wurde – welcher bereits in die NSU-Morde involviert war – wurde natürlich davon ausgegangen,  dass keine Neo-Nazis oder gewaltbereiten Personen teilnehmen werden. Da scheinbar immer noch dieselben Personen in den Ministerien und Ämtern arbeiten, wie unter der jahrelangen CDU-Herrschaft, ist auch nichts anderes zu erwarten gewesen.

Der Gegenprotest wurde von diversen Antifa-Gruppen, der Linken, SPD und Grünen sowie deren Jugendverbänden, Kirchverbänden, der jüdischen Gemeinde Erfurt und diversen Hochschulgruppen organisiert, bzw. unterstützt. Dieses breite Bündnis schaffte es, die ursprüngliche Nazi-Route zu blockieren. Die Faschos mussten durch den Erfurter Süden laufen, in welchem kaum Leute erreicht wurden. Die geplante Propaganda-Show auf großer Bühne am Domplatz konnte somit nicht stattfinden. Dafür gab es dort eine weitere Kundgebung mit ca. 300 Personen gegen das ‚EnDgAmE‘. Es ist durchaus erfreulich, dass die Organisator*innen für die Bühnentechnik einiges an Kapital in den Sand gesetzt haben.

Wir danken allen, welche heute in Erfurt protestiert haben und jenen, die mit uns solidarisch waren. Von Repression Betroffene sollten sich bestenfalls an ihre lokale Rote Hilfe Gruppe wenden. Den verletzten Antifaschist*innen wünschen wir gute Genesung!

Aufruf gegen den PEGADA-Aufmarsch in Erfurt

Gegen den PEGADA-Aufmarsch in Erfurt – Rechten Bündnissen den Kampf ansagen!

Am 24.01.2015 um 14Uhr wird in Erfurt vom Willy-Brandt-Platz zum Domplatz ein gruseliger Aufmarsch stattfinden. Er nennt sich ‚EnDgAmE‘ (Engagierte Demokraten gegen die Amerikanisierung Europas) und wird von ‚PEGADA‘ (Patriotische Europäer gegen die Amerikanisierung des Abendlandes) organisiert. Die gewaltbereite ‚HogeSa‘ (Hooligans gegen Salafisten, Köln) mobilisiert neben diversen verschwörungsideologischen Gruppen zu der Veranstaltung.

Ab 13Uhr gibt es deswegen neben dem Willy-Brandt-Platz (Bürgermeister-Wagner-Straße/Kurt-Schumacher-Straße, beim Intercity-Hotel) eine Gegenkundgebung. ‚EnDgAmE‘ rekrutiert sich primär aus der Verschwörungsideologie- / Reichsbürger*innen-Szene. Zudem werden aufgrund des Aufrufes von ‚HogeSa‘ gewaltbereite Hooligans erwartet. Die Teilnahme von organisierten Neo-Nazis ist ebenso sicher. Das ideologische Spektrum reicht von Islamophobie über Anti-Amerikanismus & Antisemitismus bis zu blankem Nazismus. HogeSa ist der Meinung, die USA würden salafistische Gruppen im Nahen Osten aufbauen und unterstützen, woraus auch der Aufruf zur Teilnahme am ‚EnDgAmE‘ begründet wird. Antisemitismus zeigt sich ganz offen, wenn von einer (jüdischen) Hochfinanz geschwafelt wird, welche die Welt kontrollieren würde – eine seit Ewigkeiten kursierende Verschwörungstheorie. Sie war schon bei den Nazis äußerst beliebt. Die Sprache ist dem dritten Reich entlehnt, wenn von „Schandregierung“, „Lügenpresse“ oder einem nicht weiter definierten „US-/NATO-Diktat“ (vgl. „Versailler Diktat“) geschrieben wird. Um ‚bürgerlich‘ zu wirken, wurde u.a. noch die Forderung nach erneuerbaren Energien ins Programm aufgenommen. Momentan kann durchaus mit bis zu 800 Teilnehmenden gerechnet werden.

Die Gegenaktion findet am 24.01.2015 ab 13Uhr neben dem Willy-Brandt-Platz (Bürgermeister-Wagner-Straße/Kurt-Schumacher-Straße, beim Intercity-Hotel) in Erfurt statt. Kommt zahlreich, bringt Lärm mit und lasst uns die braunen Bündnisse zerschlagen!

Weitere Infos findet ihr hier.

Offizielle Mobiseite zur Gegenkundgebung

‚PEGADA‘-Seite
‚EnDgAmE‘-Seite
‚EnDgAmE‘-Veranstaltung
‚HogeSa‘-Seite mit Aufruf zum ‚EnDgAmE‘

Islamophobe Bewegungen jetzt wohl auch in Erfurt aktiv

via Linksjugend [’solid] Erfurt, AKTUALISIERT

Am 15.03.2015 will eine HOGESA-Abspaltung in Erfurt aufmarschieren, die AKE hat dazu bereits eine Pressemitteilung veröffentlicht. Außerdem ist wohl ein PEGIDA-Ableger in Planung, wozu jedoch noch nicht genügend Informationen vorliegen. Zusätzlich will sich am 24.01.2015 um 14 Uhr auch noch eine ‚neue‘ Bewegung auf die Straße trauen. Und die nennt sich PEGADA.

Was erstmal stark nach der rassistischen und islamophoben PEGIDA-Bewegung klingen mag, entpuppt sich aber als Überraschung. Und das nicht im positiven Sinne. Ihr Slogan:

Die PEGADA ruft zum EnDgAmE.

Entwirren wir zuerst diese Abkürzungen.

PEGADA sind „Patriotische Europäer gegen die Amerikanisierung des Abendlandes“.
EnDgAmE sind „Engagierte Demokraten gegen die Amerikanisierung Europas“.

Wir erhalten folglich das:

Die „Patriotische Europäer gegen die Amerikanisierung des Abendlandes“ ruft zum „Engagierte Demokraten gegen die Amerikanisierung Europas“.

Das ist hart an der Grenze – nicht nur – grammatikalischer Geschmacklosigkeit. Einige ihrer Ziele sind die „Aufhebung der Russlandsanktionen“, „deutsche Goldreserven auf deutschem Boden“, die „Erforschung […] freier […] Energien“ oder auch ein „Abzug der Besatzer [aus Deutschland]“.
Putin-Versteher, Verschwörungstheoretiker und Reichsdeppen sind also erklärtes Mobilisierungsziel dieser merkwürdigen Truppe. Um den bürgerlichen Schein zu wahren, wird dazu noch Frieden, fairer Handel, und weniger Überwachung gefordert.

Wer macht denn sowas?!

Der Hauptorganisator ist augenscheinlich Konstantin Stößel, über dessen Facebook-Account die Veranstaltung erstellt wurde und beworben wird. Er war bereits 2014 für die Erfurter Montagsdemonstrationen verantwortlich, auf welchen ein ähnliches Klientel bedient wurde. Selber war er auf mindestens einer der Dresdner PEGIDA-Demonstration zugegen. Auch die Redner sind identisch mit jenen der verschwörungsideologischen Wahnmachen – einer wird sogar extra aus Leipzig importiert.
Dieser Import hört auf den Namen Stephane Pierre Roger Simon. Simon, der einst Bundespolizist gewesen sein soll, zählt zu den „Reichsbürgern“. Im Jahr 2013 trat er zudem als Unterstützer der Bürgerinitiative „[Leipzig] Gohlis sagt Nein“ in Erscheinung, die unter Führung der NPD gegen eine im Stadtteil geplante Moschee vorgehen will.
Die offizielle Seite der gewaltbereiten HogeSa-Bewegung aus Köln ruft zudem zur Teilnahme am ‚EnDgAmE‘ auf. Dabei vermischen sich Anti-Amerikanismus und Islamophobie in der Behauptung, die USA würden salafistische Gruppen aufbauen und finanzieren. Diese würden angeblich Europa bedrohen.
Das Neo-Nazi-Portal ‚Altermedia‘ ruft mittlerweile zur Teilnahme an PEGADA/EnDgAmE auf. Kameradschaften und NPD planen zudem eine gemeinsame Anreise. Dass es sich beim ‚EnDgAmE‘ letztlich auch um einen Neo-Nazi-Aufmarsch handeln wird, steht außer Frage.
Die Nähe des Titels zu PEGIDA wirkt bewusst gewählt – und leider scheint sie zu wirken. Die PEGADA-Seite wird von 23.000 Personen geliked. Bis jetzt wurden bereits über 1000 Zusagen für die Veranstaltung erreicht, weshalb Vorsicht geboten ist. Es haben im Internet diverse offen islamophob, antisemitisch und neo-nazistisch auftretende Personen zugesagt. Verschwörungstheoretiker*innen sind da noch die ‚Harmlosesten‘.

PEGADA soll eine Art Gegenentwurf zu PEGIDA darstellen, wobei die vermeintliche ‚Islamisierung‘ mit den USA als Hauptfeindbild ersetzt wurde. Der 24.01.2015 darf dieser Bewegung auf keinen Fall überlassen werden. So, wie auch kein anderer Tag. Eine Gegenveranstaltung findet ab 13Uhr neben dem Willy-Brandt-Platz (Bürgermeister-Wagner-Straße/Kurt-Schumacher-Straße, beim Intercity-Hotel) statt.


Netz gegen Nazis berichtet
Die Thüringer Allgemeine berichtet
Die Thüringische Landeszeitung berichtet (1)
Die Thüringische Landeszeitung berichtet (2)

Seite der Gegenveranstaltung

‚PEGADA‘-Seite
‚EnDgAmE‘-Seite
‚EnDgAmE‘-Veranstaltung
‚HogeSa‘-Seite mit Aufruf zum ‚EnDgAmE‘
‚Altermedia‘-Seite mit Aufruf zum ‚EnDgAmE