Erfurt – CDU, AfD und Nazis Hand in Hand

Gern zeigt sich die CDU öffentlich gegen rechtes Gedankengut – nun protestiert sie gemeinsam mit Nazis gegen die kommende rot-rot-grüne Landesregierung.

Heute haben nach Polizeiangaben 4000 Menschen auf dem Erfurter Domplatz gegen die Koalition von Linke, SPD und Grünen mit Kerzen und Fackeln protestiert. Unter ihnen befanden sich viele CDU’ler AfD’ler, NPD- und JN-Kader, Freie Kamderadschaften, rechte Burschenschaftler und Verschwörungsideolog*innen. Ihre Parolen reichten von „Stasi raus“ über „Bodo raus“ in Abwechslung mit „Bodo, geh heim!“ bis hin zu „Rot-rot-Hass“. Die von der CDU angemeldete Kundgebung wurde von bekannten Neonazis der Kameradschaft „Weimarer Land“ dazu genutzt, kritische Passant*innen verbal als auch handgreiflich einzuschüchtern. Zur Kundgebung aufgerufen hatte unter anderem Michael Fischer – eine Führungspersönlichkeit der thüringer Kameradschaftsszene. Diese Vorgänge fanden medial kaum Beachtung, obwohl das MDR Thüringenjournal sogar zwei NPD’ler im Bericht einblendete. Von Seiten des Veranstalters Clarsen Ratz (Vizechef der CDU-Mittelstandsvereinigung in Thüringen) ging keine Initiative aus, diese Nazis von der Kundgebung auszuschließen – im Gegenteil, sie wurden vollends akzeptiert.

Das Spektrum der Teilnehmenden erinnert stark an die gewalttätige ‚Hooligans gegen Salafisten‘-Demo in Köln. Auch dort gab es den Schulterschluss zwischen vermeintlicher Mitte, extrem rechten Kräften und Verschwörungsideolog*innen.

Videobeitrag vom MDR (MDR.de)
kritischer Kommentar beim MDR (MDR.de)
Video der Pöbeleien von CDU, AfD und NPD (youtube.com)

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Nazi-Konzert am 01.11.2014 in Erfurt stören!

Am 01.11.2014 findet in der Kammwegklause (Tungerstraße 1, 99099 Erfurt) ab 18Uhr ein Nazi-Konzert statt, bei welchem ca 100 Personen erwartet werden.

Und genau deshalb wird es ab 17:30Uhr in unmittelbarer Nähe zu diesem Dreckschuppen eine Nachttanzkundgebung unter dem Motto ‚Nazizentrum wegBOXen‘ geben. Es wird bei der Kundgebung warme Verpflegung geben.

17Uhr ist für die gemeinsame Anreise ein Treffpunkt am Hauptbahnhof, da viele Faschos unterwegs sein werden. Dort gibt es dann auch noch paar Infos zum Ablauf. Am selben Tag findet voraussichtlich noch ein Nazi-Event in Sömmerda statt & die Abendveranstaltung soll wohl als Ausklang dienen.

Falls du Lust hast, die Orga zu unterstützen oder einen Redebeitrag zu halten, dann melde dich bitte bei uns! Der Flyer kann zudem gern weiterverbreitet werden – egal, ob im Internet oder als Printausgabe. (Adresse der K-Klause ist die Tungerstraße 1, mit N)

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Halt Stand, freies Kobanê!

aktualisiert am 11.10.2014

In Erfurt fand vom 09.10.2014 bis 10.10.2014 am Hauptbahnhof ein Solidaritäts-Hungerstreik gegen den IS und für die Unterstützung der Kurd*innen in Kobanê, sowie den weiteren Gebieten von Rojava (kurdisches Siedlungsgebiet in Nordsyrien) statt. Dabei wurden Flyer verteilt und Gespräche geführt.

Kobanê ist der Name einer strategisch wichtigen Stadt an der Grenze zur Türkei, sowie des Bezirks, in welchem diese liegt. Kobanê ist der kleinste Kanton von Rojava. Der IS konzentriert seine militärischen Mittel seit September auf dieses Gebiet. Die Stadt selbst ist bereits von IS-Truppen umzingelt. Berichte melden, dass diese Einheiten schon ins Innere Kobanês vorgedrungen sind – bis zu 40% der Stadt seien bereits erobert. Den dort lebenden Menschen bleibt nichtmal Rückzug in die nahe Türkei. Mittlerweile sind zwar tausende Menschen von Kobanê über die türkische Grenze geflohen. Zuletzt wurden jedoch mehrere hundert geflohene Kurd*innen auf türkischem Gebiet verhaftet, da sie angeblich PKK- oder PYD-Sympathisierende seien.¹ Dabei zeigt sich die seit Jahren bestehende menschenverachtende Haltung der Türkei gegenüber den Kurd*innen. Zudem ließen auch Waffenlieferungen und unkontrollierte Geldströme aus der Türkei den IS erst derart erstarken.²

Ein weiteres Problem wird durch deutsches Taktieren bei der Frage, wer Waffen erhalten darf und wer nicht, verursacht. Ohne PKK (Kurdische Arbeiterpartei) und PYD/YPG (Schwesterorganisation der PKK in Syrien), welche nicht nur von Seiten der deutschen Politik als terroristisch diffamiert werden, wären durch den IS schon weitaus mehr Verbrechen begangen wurden.² Die Partei organisierte federführend den bewaffneten Widerstand in großen Teilen Rojavas und leistete humanitäre Unterstützung. Deutschland besteht jedoch vehement darauf, maximal die Peshmerga-Miliz zu unterstützen. Dadurch wird der Widerstand gegen den IS gespalten.

In den kurdischen Gebieten findet der durchaus revolutionäre Versuch statt, alternative Lebensentwürfe zur kapitalistischen Verwertungslogik zu finden. Demokratische Teilhabe, Gleichberechtigung, sowie solidarisch organisierte – anstatt kapitalorientierter – Arbeit sind Grundwerte der kurdischen Gesellschaft.

Bitte beteiligt euch an weiteren Protesten gegen den IS in Erfurt oder organisiert in eurer Stadt eigene Solidaritätsaktionen! (Dieser Artikel wird weiterhin aktuell gehalten.)

¹http://www.tagesschau.de/ausland/kobane-fluechtlinge-101.html

²http://www.spiegel.de/politik/ausland/is-islamischer-staat-ungleiche-waffen-im-kampf-um-kobane-a-996222.html

Weitere Infos zum Thema:

Solidaritätsaktion in Erfurt (Oxymoron-Blog)

Kobani braucht unsere Unterstützung (nadir.org)

Rojava und die spanische Revolution (nadir.org)

Forderungen der Kurd*innen (taz.de)

Warum Wieschke alles andere als sauber ist

Es ist Wahlkampf in Thüringen und derzeit hofft die neonazistische NPD, in den Landtag einzuziehen. Ihr Spitzenkanidat Patrick D. Wieschke reist nun schon seit Wochen täglich von einer Region in die andere, um seine rassistischen Pamphlete unter die Leute zu bringen. Er möchte, um seinen Unfug besser zu verkaufen, gern als gut situierter Saubermann gelten. Dass er dem jedoch in keiner Weise gerecht werden kann, zeigt sich allein schon an seiner Strafakte. Die Forderung der NPD, gegen Straftäter härter vorzugehen, würde ihn wohl selber für sehr lange Zeit hinter Gitter bringen.

Am 29. Mai 2002 wurde Patrick Wieschke vom Landgericht Mühlhausen in der Berufungsverhandlung unter anderem wegen Anstiftung zur Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und einer Sachbeschädigung zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 9 Monaten verurteilt. Ein Verfahren wegen sexueller Nötigung einer Zwölfjährigen wurde zur selben Zeit eingestellt, da die anderen Straftaten dem Gericht als weitaus schwerwiegender erschienen. Als nächstes saß er wegen Körperverletzung nach einer zweiten Verurteilung durch das Amtsgericht Eisenach weitere sieben Monate in Jugendhaft. Ebenso hat der NPD-Spitzenkandidat 1999 im Suff seine eigene Mutter verprügelt.

Da Wieschke als Spitzenkandidat der NPD auch nur die Spitze des Eisberges brauner Straftäter*innen darstellt, ist die NPD als vermeintliche Protest-Partei unwählbar. Stammwähler*innen nehmen derartige Verhältnisse in Kauf und unterstützen diese.

Weitere Infos bei Publikative.org (klick!)

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Ukrainische Faschist*innen in Erfurt gesichtet

Das Lutherdenkmal in Erfurt zieht scheinbar nicht nur rechtsoffene Montagsdemonstrant*innen an.

Heute um 15Uhr konnten 13 ukrainische Faschist*innen mit Kindern davor beobachtet werden. Sie posierten mit den Fahnen des Rechten Sektors (Prawyj Sektor) und des ukrainischen Staates. Die erste Fahne ist unschwer einzuordnen1, auf der zweiten fallen jedoch die Buchstaben ‚рух‘ auf. Transkribiert bedeutet dies ‚RUCH‘. Dabei handelt es sich – auch dem Symbol nach zu urteilen – um die ukrainische Partei ‚Narodnyj Ruch Ukrajiny‘2, welche Teil des Rechten Sektors ist3. Es wurde beobachtet, dass die Faschist*innen durchweg ukrainisch sprachen – es kann sich also durchaus um eine ukrainische Delegation gehandelt haben. Eines der Kinder trug einen Blumenkranz im Haar – ein typisches Symbol ukrainischer Nationalist*innen, welches auch von der pseudo-feministischen Gruppe ‚Femen‘ benutzt wird4. Nach ihrem Fotoshooting begab sich die Gruppe in das italienische Restaurant Pasta Home (Anger 9) gegenüber des Denkmals. Auf unseren Hinweis, dass es sich bei der Gruppe ganz offensichtlich um ukrainische Faschist*innen handelt, wurde vonseiten der Angestellten nicht reagiert.

Bitte informiert uns per Mail, falls euch diese Gruppe begegnet ist. Falls ihr mehr wisst, lasst es uns wissen!

Auch ukrainischen Faschist*innen werden wir keine Ruhe lassen!

Der Artikel wurde dank eines Hinweises bezüglich der Abkürzung geändert. Vorher wurde diese als Abkürzung des Ukrainischen Auslandsenders identifiziert, was nicht stimmte.

1 TAZ-Artikel zu Prawyj Sektor
Russische Wikipedia über die ‚Ruch‘
3 Blog ‚Ukraine-Nachrichten‘ über den Rechten Sektor und die Ruch; Wikipedia über den nationalistischen Parteienblock ‚Unsere Ukraine‘, in welchem die ‚Ruch‘ Mitglied ist
Offener Brief von e*vibes an Femen


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Faschist*innen posieren vor dem Luther-Denkmal

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Flagge des Rechten Sektors

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Ukrainische Flagge

Thüringer NPD-Wahlkampfauftakt zum Desaster gemacht!

Heute, am 17.07.2014 um 9Uhr, wollte die NPD ihren Wahlkampfauftakt vor dem Landtag zelebrieren. Zudem wollten ihre Spitzenkandidaten samt Gefolgschaft an der Plenardebatte als Zuschauende teilnehmen.

Damit dieses Vorhaben auch gebührend gestört werden konnte, hatten sich ca. 150 Personen auf zwei Kundgebungen versammelt. Erstere fand direkt vor dem Landtagseingang statt – beteiligt waren die Fraktionen mit Unterstützer*innen, wobei schön geschützt durch eine Doppelreihe Hamburger Gitter ordentlich Lärm gemacht wurde. Die knapp 15 Faschisten zu übertönen war nicht sonderlich schwer. Die zweite Kundgebung fand an der Johann-Sebastian-Bach-Straße statt – womit die Faschos auch von dort nicht gesehen oder gehört werden konnten. Die Versammlungsbehörde tat sich zwar mal wieder unglaublich schwer mit der Kundgebungsanmeldung, aber was soll schon von Repressionsorganen erwartet werden.

Viel witziger wurde es, als die Neo-Nazis ihre Kundgebung für beendet erklärten und zur Plenardebatte wollten. Unsere Kundgebung wurde zeitgleich aufgelöst und wir bewegten uns auf die andere Straßenseite – der Haupteingang war offensichtlich völlig mit Protestierenden versperrt, sodass uns nur Nebeneingänge als potentielle Gefahr erschienen, welche von dort aus besser zu erreichen waren. Dass die braunen Häschen uns aber brav über die Straße folgen, hatten wir nicht erwartet. Und so entstand die skurrile Situation, dass sie von uns nach allen Regeln der Kunst gekesselt wurden – mit ein paar wenigen Kommunikations-Bullen dazwischen. Da scheinbar einige Faschos ihre Bewährungsstrafen noch abschwitzen müssen, konnten wir uns wunderbar verbal mit ihnen auseinandersetzen. David Köckert war kurz vor’m ausrasten, dem kleinen Franz Kotzott kamen sogar fast ein paar Tränen.

Anschließend wurden die Neo-Nazis von den Bullen doch zum Haupteingang des Landtags eskortiert, wobei es fast zu Übergriffen auf Protestierende durch die NPD’ler kam. Wir waren natürlich schneller und stellten uns mit vor das Gebäude. Anschließend versuchten die Cops der NPD eine Schneise zur Tür zu bahnen, was jedoch grandios scheiterte. Unsere Lieblinge waren jedoch mal wieder in einem Kessel. Diesmal sogar mit polizeilichem Zweierspalier dazwischen. Nachdem wir uns über die anwesenden Faschos eine Stunde lang ordentlich amüsiert hatten, zogen sie traurig und sichtlich angepisst wieder ab.

Ein guter Tag für uns, das angekündigte Desaster für die NPD.


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Thüringer NPD-Wahlkampfauftakt zum Desaster machen!

+++Am 17.07.2014 8:45Uhr vor dem Landtag in Erfurt der NPD den Wahlkampfauftakt versauen!+++

Für den 17.07.2014 um 9Uhr mobilisieren die Thüringer Faschist*innen der NPD vor den Landtag in Erfurt.

Die Neo-Nazis wollen sich nach ihrer Kundgebung in die Plenarsitzung begeben und eine braune Drohkulisse für das Parlament aufbauen („damit sich die Etablierten bereits an die Anwesenheit der NPD gewöhnen können“). Damit die braune Pest jedoch gar nicht erst einen Fuß in das Gebäude setzt, mobilisieren wir zu einer Gegenkundgebung ab 8:45Uhr vor den Landtag. Also direkt davor. Damit die nicht rein kommen. Es ist auch denkbar, selber an der Plenarsitzung teilzunehmen. Wir werden das Parlament aber nicht um jeden Preis schützen – schließlich ist die Legislative zu großen Teilen selber Schuld am Erstarken rechter Gesellschaftstendenzen und Parteien. Wir müssen darauf aufmerksam machen, dass es auch in Thüringen immer noch massive Probleme mit Faschos – überhaupt mit gesellschaftlich akzeptierter Menschenfeindlichkeit – gibt, welche vielfach ignoriert werden.

Auf dass sich niemand an die NPD gewöhnen muss. Auf dass ihr Wahlkampf das reinste Desaster wird. Kommt vor den Landtag, seid bunt und laut, bringt Redebeiträge mit – lasst den Faschos keine Ruhe!


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Montagsdemo Erfurt – oder was Frieden nicht ist.

Die Montagskundgebung vom 16.06.2014 in Erfurt hat mal wieder mit Bravour bewiesen, was das Wort Frieden für sie bedeutet.

Kleiner Exkurs in die Welt der Verharmlosungen

Nach Ende der heutigen Veranstaltung wurden zuhörende kritische Personen von einer teilnehmenden schwangeren Frau als Asoziale und Alkoholiker*innen bezeichnet. Dies geschah als Reaktion auf einen Ruf aus der Gruppe zu diversen Personen mit Deutschlandfähnchen. Dabei wurde explizit kritisiert, dass die Bundesrepublik drittgrößter Waffenexporteur der Welt ist – wie mensch denn mit den Fahnen dieses Staates rumlaufen könne.

Die Frau – welche im Übrigen seit Beginn dieser Veranstaltungsserie präsent ist – betonte daraufhin, dass USA und Russland doch viel mehr Waffen als Deutschland exportierten und wir stolz auf unser Land sein sollten. Ebenso seien Faschisten grundsätzlich willkommen, müssten mit an einen Tisch geholt werden. National-Sozialisten haben nach Meinung dieser Person – welche häufig am ‚offenen‘ Mikro sprach – das grundsätzliche Recht, angehört zu werden und würden niemandem Schaden. Es wäre ja nur eine Meinung.

Hierzu noch ein ganz anschauliches Zitat ebenjener Person vom 05.05.2014¹:

„Jetzt kam das Thema auf – Souveränität – und ich möchte einfach, dass wir den ‚Ist-Zustand‘ gerade betrachten. Und ich finde, wir leben in einem ganz, ganz tollen Land, was sich jahrelang damit beschäftigt hat, mit irgendwelchen Schuldfragen, was jahrelang hinterfragt hat, wie ist es mit Rassen und Religion und ich finde wir sollten anerkennen, was wir hier in diesem Land tatsächlich haben. Wir haben im Vergleich zu vielen anderen Nationen ein wunderbares Land, was sich bewusst ist, was sich kritisieren lässt seit Jahren […]“

 Lieber Gewalt oder Frieden – schwierige Frage für die Friedenswahnmache

Um 22.20Uhr trafen wiederum kritische Einzelpersonen auf den telefonierenden Konstantin Stößel², einen Mitorganisator und Hauptredner der Erfurter Montagskundgebung, im Venedig Ecke Moritzstraße. Er passierte die sich laut unterhaltende Gruppe. Anschließend waren seinerseits noch die Worte „du warte mal, ich muss schnell mal auflegen.“ zu hören und er kehrte um.
Im Folgenden äußerte er diese von mehreren Zeug*innen bestätigte wörtliche Drohung:

„Ich hab mehr Glatzen geboxt, als du jemals gesehn hast! Pass auf, zu wem du was sagst.“

Währenddessen, und diverser anderer Hasstiraden, zeigte die Person als Drohgebärde durchweg mit dem Zeigefinger auf die angegangenen Personen, kam ihnen unangenehm nahe. Zudem bekräftigte er die bereits mehrfach seinerseits aufgestellte Behauptung, ‚die Antifa‘ zu kennen und ihr zugehörig zu sein. Platin-Card und so im Antifa e.V.

Diese Vorfälle stehen in der Tradition dieser ‚Kundgebungen für den Frieden‘ in diversen Städten. Bezug auf die Redebeiträge ansich, welche von der Leugnung tödlicher Krankheiten bis zu kruden Thesen zur gezielten Vergiftung aller Menschen mit Schwermetallen reichten, möchten wir keinen nehmen. Dahingehend hat sich seit Beginn des ganzen Spukes ja auch nichts geändert. Wirklich kritische Auseinandersetzung mit eigenem Verhalten und Rückschlüsse daraus, wirkliche Kapitalismuskritik und dergleichen, sind aber auch weiterhin nicht willkommen. Deutschtümelei, Frustabbau und Ausgrenzung. So sieht der erwünschte Frieden aus. Und wir werden antworten.

¹Link zum Videobeleg für das Zitat
²Link zu Konstantin Stößels Facebook-Site

Demo-Aufruf gegen den Burschentag am 14.06.2014 in Eisenach

Gegen alle Män­ner­bün­de!

Die Deut­sche Bur­schen­schaft zer­legt sich selbst. Auch nach dem ver­gan­ge­nen Bur­schen­tag in Ei­se­nach ebbt die Aus­tritts­wel­le nicht ab: Fast die Hälf­te aller Bünde hat den Ver­band in den letz­ten drei Jah­ren seit dem Skan­dal um den so­ge­nann­ten „Ari­er­pa­ra­gra­phen“ und der damit ein­her­ge­hen­den Es­ka­la­ti­on der Flü­gel­kämp­fe ver­las­sen. Die ver­blie­be­nen Ver­bin­dun­gen sind die offen völ­ki­schen und fa­schis­ti­schen, aus­ge­tre­ten sind die na­tio­nal­kon­ser­va­ti­ven und die, denen ihr Image dann doch wich­ti­ger war als die Tra­di­ti­on. Kurz: Der einst be­deu­tends­te stu­den­ti­sche Kor­po­ra­ti­ons­ver­band ist nicht mehr das, was er ein­mal war.
Eines je­doch ist ge­blie­ben: Die Mit­glieds­bün­de der Deut­sche Bur­schen­schaft sind Män­ner­bün­de – und mit ihnen auch die an­geb­lich „li­be­ra­len“ Bünde, die die DB in den letz­ten Mo­na­ten und Jah­ren ver­las­sen haben, und über­haupt na­he­zu alle deut­schen und ös­ter­rei­chi­schen Stu­den­ten­ver­bin­dun­gen.
Die Idea­li­sie­rung mar­tia­li­scher Männ­lich­keit, Ho­mo­pho­bie, völ­ki­scher Na­tio­na­lis­mus, Se­xis­mus und an­ti­fe­mi­nis­ti­sche Agi­ta­ti­on sind noch immer Gang und Gäbe in sämt­li­chen Bur­schen­schaf­ten.

You can‘t get out of the Män­ner­bund and the Män­ner­bund can‘t get out of you

Es ist keine harm­lo­se Freund­schafts­cli­que, die sich auf den Ver­bin­dungs­häu­sern ver­sam­melt, son­dern ein eli­tä­rer Män­ner­bund. Deut­sche Freund­schaft, zu Goe­thes und Schil­lers Zei­ten noch als ro­man­tisch und zärt­lich ge­dacht, ent­wi­ckel­te sich im Laufe des 19. Jahr­hun­derts zu einem Bund, der sich ganz der Na­ti­on ver­schrieb. Fort­an waren und sind in­di­vi­du­el­le Ge­füh­le nicht mehr Aus­druck einer ge­gen­sei­ti­gen Zu­nei­gung, son­dern dem ei­nen­den Na­tio­na­len un­ter­zu­ord­nen und auf die­ses aus­ge­rich­tet. An der Spit­ze die­ser Be­we­gung stan­den die Bur­schen­schaf­ten und Stu­den­ten­ver­bin­dun­gen, die sich seit eh und je män­ner­bün­disch or­ga­ni­sier­ten. Die Freund­schaft, von der die Bur­schen auch heute noch so ehr­fürch­tig da­her­re­den, ist in die­sem Sinne vor allem erst­mal na­tio­na­lis­tisch auf­ge­la­den.
Wenn sich die Bun­des­brü­der ihre Liebe schwö­ren, von wahr­haf­ter Ka­me­rad­schaft und ewi­ger Freund­schaft des Le­bens­bun­des schwär­men, wenn sie in der rei­nen Män­ner­ge­sell­schaft sich bier­se­lig in den Armen lie­gen, sich ganz nahe kom­men und emo­tio­nal er­grif­fen sind, dann stel­len sie rausch­haft eine enge Ge­mein­schaft her. Den­noch, da sind sie sich einig, hat das nicht im Ge­rings­ten etwas mit Ho­mo­ero­tik zu tun. Es gilt jeden noch so kleins­ten Ver­dacht der Ho­mo­se­xua­li­tät ab­zu­weh­ren und zu ver­drän­gen – denn Schwul­sein be­deu­tet in ihren Augen wenig mehr als den Ver­lust von Männ­lich­keit und Selbst­be­herr­schung. Um sich des­sen zu ver­ge­gen­wär­ti­gen be­darf es al­ler­dings noch nicht ein­mal des Bli­ckes auf die Stu­den­ten­ver­bin­dun­gen, ist eine sol­che Ab­wehr von Ho­mo­se­xua­li­tät bei gleich­zei­ti­gem Aus­le­ben in­nigs­ter gleich­ge­schlecht­li­cher Ge­mein­schaft doch auch in den ganz all­täg­li­chen Männer­run­den eben­so wie in sons­ti­gen män­ner­bün­disch or­ga­ni­sier­ten Grup­pen zu fin­den.
Der Män­ner­bund ist durch eine Hier­ar­chie der ein­zel­nen Mit­glie­der un­ter­ein­an­der ge­kenn­zeich­net. Im Un­ter­schied zum Ke­gel­ver­ein um die Ecke ist diese in den Ver­bin­dun­gen aber der­art ein­ge­rich­tet, dass sie strikt in­sti­tu­tio­na­li­siert sich auf alle Le­bens­be­rei­che der Män­ner­bünd­ler aus­wei­tet. Op­fer­be­reit­schaft und Füg­sam­keit wer­den so als Teil eines au­to­ri­tä­ren Cha­rak­ters be­son­ders ge­för­dert. Um von der Macht des Bun­des pro­fi­tie­ren zu kön­nen, gilt es zu­nächst, in die­sem auf­zu­ge­hen. In­di­vi­dua­li­tät und ei­ge­ne Be­dürf­nis­se müs­sen im Män­ner­bund hin­ter den zen­tra­len Wer­ten von Ge­mein­schaft und Brü­der­lich­keit zu­rück­ste­hen. Kein Wun­der also, dass die Ver­bin­der auf be­son­ders ge­walt­sa­me Zu­rich­tung ste­hen: Die Idea­le sol­da­ti­scher Männ­lich­keit wer­den in be­son­de­rer Härte vor allem gegen sich selbst ein­ge­übt. Ziel die­ser Männ­lich­keits­ri­tua­le – allen voran der Men­sur – ist das völ­li­ge Auf­ge­hen in der Ge­mein­schaft. Die Be­loh­nung für Härte und Selbst­auf­ga­be ist die Teil­ha­be an der Macht des Män­ner­bun­des und das Be­wusst­sein, zur rang­über­le­ge­nen Grup­pe zu ge­hö­ren. Diese „na­tür­li­che Be­ru­fung und Eig­nung zur Füh­rung“ kön­nen Frau­en und „wei­bi­sche“ Män­ner – so das Den­ken der Ver­bin­der – nicht inne haben. Eli­te­den­ken at its best!

Es könn­te uns ja ei­gent­lich herz­lich egal sein, wenn die Bur­schen sich beim Fech­ten die Ge­sich­ter auf­schlit­zen oder nach dem x-ten Trin­k­ri­tu­al durch ihre Häu­ser stol­pern – doch all das – Schwä­che, Sinn­lich­keit, Pas­si­vi­tät –, was sie bei sich ver­leug­nen und müh­sam aus ihrem Cha­rak­ter ver­ban­nen müs­sen, um ihrem ei­ge­nen Männ­lich­keits­bild ge­recht zu wer­den, wer­ten sie bei denen ab, denen sie diese Ei­gen­schaf­ten an­dich­ten. Des­we­gen sind sie ho­mo­phob und se­xis­tisch und des­we­gen fin­den wir sie nach wie vor zum Kot­zen!
Gerne wird Ver­bin­dun­gen „Frau­en­feind­lich­keit“ vor­ge­wor­fen – wir sagen: Das greift zu kurz! Zwar brin­gen Ver­bin­dun­gen eine be­son­ders dra­ma­ti­sier­te Männ­er­rol­le und hel­di­sche Männ­lich­keit her­vor, diese fällt aber ja nicht ein­fach vom Him­mel, son­dern ist viel­mehr eine Zu­spit­zung des­sen, was bür­ger­li­che Männ­lich­keit oh­ne­hin schon aus­macht. Wäh­rend sich Ge­schlech­ter­rol­len aber heut­zu­ta­ge ver­än­dern, wäh­rend neue Ent­wür­fe von Fa­mi­lie und Zu­sam­men­le­ben Ein­zug hal­ten und gar ho­mo­se­xu­el­le Ehen mitt­ler­wei­le mög­lich sind, ver­an­schau­li­chen Bur­schen und Ver­bin­der den­noch, wor­auf diese Ge­sell­schaft noch immer ideo­lo­gisch und his­to­risch auf­baut.
Stu­den­ten­ver­bin­dun­gen im All­ge­mei­nen und die Deut­sche Bur­schen­schaft im Be­son­de­ren sind Aus­druck des pa­tri­ar­cha­len Prin­zips der bür­ger­li­chen Ge­sell­schaft. Mal mehr und mal we­ni­ger of­fen­sicht­lich und mal mehr und mal we­ni­ger über­zeich­net las­sen sich an ihnen Kenn­zei­chen der pa­tri­ar­cha­len Nor­ma­li­tät ab­le­sen – sind sie doch schließ­lich so alt wie die bür­ger­li­che Ge­sell­schaft selbst.

All these dirty litt­le boys that think that the girls were only made for toys

In der Vor­stel­lung der Män­ner­bünd­ler wen­det sich ihr Bund gegen über­mäch­ti­ge eman­zi­pa­to­ri­sche und fe­mi­nis­ti­sche Über­zeu­gun­gen, die – schon längst Main­stream ge­wor­den – den Ver­lust männ­li­cher Iden­ti­tät nach sich zögen. Aus die­ser vor­ge­stell­ten Be­dro­hungs­si­tua­ti­on speist sich die Ag­gres­si­vi­tät und Kom­pro­miss­lo­sig­keit män­ner­bün­di­scher Ideo­lo­gie. So glau­ben etwa die Bur­schen der DB, die tra­dier­ten Ge­schlech­ter­rol­len, ja ei­gent­lich das ge­sam­te Abend­land gegen „Gen­der-​Wahn“ ver­tei­di­gen zu müs­sen.
Der Män­ner­bund muss vor Frau­en und ihrem ne­ga­ti­ven Ein­fluss ge­schützt wer­den. Und da diese Be­dro­hung gemäß der män­ner­bün­di­schen Vor­stel­lung über­all ist, müs­sen da­ge­gen be­stän­dig Dämme er­rich­tet wer­den. Der Mann muss sich mit einem Pan­zer ver­se­hen, muss sich so sehr ver­här­ten, dass er gegen die weib­li­che Ver­füh­rung ge­wapp­net ist. Die Angst vor dem Weib­li­chen er­streckt sich dabei auch auf die Se­xua­li­tät, die als Ge­fahr für den Zu­sam­men­halt und die Pro­duk­ti­vi­tät des Män­ner­bun­des wahr­ge­nom­men wird. Durch die weib­li­che Se­xua­li­tät näm­lich wür­den die män­ner­bün­di­schen Idea­le auf­ge­weicht, die emo­tio­na­le Bin­dung von der Ge­mein­schaft und ihrem höchs­ten Zweck ab­ge­zo­gen und En­er­gi­en, die sich in Leis­tung um­set­zen lie­ßen, ver­schwen­det. Die ver­meint­lich rein prag­ma­ti­schen Be­grün­dun­gen, mit denen Män­ner­bünd­ler den Aus­schluss von Frau­en recht­fer­ti­gen – in ge­mischt­ge­schlecht­li­chen Ge­mein­schaf­ten droh­ten „Be­zie­hungs­dra­men“ oder „Ver­füh­rung“ – sind le­dig­lich Aus­druck der Angst vor dem Weib­li­chen.
Da der häus­li­che Schau­platz der Fa­mi­lie weib­lich do­mi­niert sei, dient der Män­ner­bund als le­bens­lan­ger Fa­mi­li­en­er­satz in der öf­fent­li­chen Sphä­re. Er er­mög­licht eine ge­wis­ser­ma­ßen „ge­schlechts­lo­se“ Re­pro­duk­ti­on der Män­ner­ge­mein­schaft ohne Frau­en. Und doch stel­len Frau­en als Gäste auf Kom­mer­sen und Fes­ten, als Ball­da­men und „Freun­din­nen des Hau­ses“ mehr dar als das oft zi­tier­te „schmü­cken­de Bei­werk“. Sie sind ein not­wen­di­ger Teil des män­ner­bün­di­schen Le­bens. Erst durch diese Ver­bin­dung von Fa­mi­lie und Män­ner­bund wird der Mann zu einem „gan­zen Mann“. Die Rolle der Frau ist des­halb keine be­lie­bi­ge, son­dern sie ist für den Män­ner­bund un­ab­ding­bar. In­so­fern tra­gen Frau­en allzu oft wil­lent­lich zu des­sen Funk­tio­nie­ren bei. Män­ner­bün­di­sches Den­ken ist dabei durch­aus wi­der­sprüch­lich. Ei­ner­seits gilt ihm die Fa­mi­lie als Ort der Ver­weich­li­chung, deren ne­ga­ti­ver so­zia­li­sa­to­ri­scher Ein­fluss durch den Män­ner­bund über­wun­den wer­den soll, an­de­rer­seits aber als „Keim­zel­le“ der Volks­ge­mein­schaft und Rück­zugs­ort vor der er­bar­mungs­lo­sen ka­pi­ta­lis­ti­schen Kon­kur­renz.
Seit An­fang des 20. Jahr­hun­derts, als sich die Ideo­lo­gie des Män­ner­bunds in Re­ak­ti­on auf ge­sell­schaft­li­che Eman­zi­pa­ti­ons­be­stre­bun­gen ent­wi­ckel­te, hat sich der Cha­rak­ter des Män­ner­bun­des kaum ver­än­dert. Auch heute noch war­nen Red­ner auf den Ver­bin­dungs­häu­sern re­gel­mä­ßig vor dem Aus­ster­ben der Fa­mi­lie und der „Volks­ge­mein­schaft“.
Nach dem Ende des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus sind Ar­gu­men­ta­tio­nen zur Ver­tei­di­gung män­ner­bün­di­scher Or­ga­ni­sie­rungs­for­men in der Regel we­ni­ger stark ideo­lo­gi­siert bzw. wird der Be­griff des Män­ner­bun­des nicht mehr so hoch­ge­hal­ten wie es zuvor noch der Fall war. Statt­des­sen wird auf Kri­tik mit dem Ver­weis auf Plu­ra­li­tät und Mei­nungs­frei­heit re­agiert: Man stehe in einer jahr­hun­der­te­al­ten Tra­di­ti­on, es gebe ja auch rein männ­li­che Fuß­ball­ver­ei­ne oder Stamm­ti­sche, und au­ßer­dem sei ja jedem Men­schen frei­ge­stellt, wie er oder sie leben wolle. Der Män­ner­bund – heute also nur noch eine Frage des Ge­schmacks? Nein, denn nur weil die Män­ner­bünd­ler kei­nen Be­griff von sich selbst haben, heißt das nicht, dass die spe­zi­fi­schen Merk­ma­le des Män­ner­bunds nicht trotz­dem wei­ter be­ste­hen. Tra­di­ti­on wird als Leer­for­mel her­an­ge­zo­gen um Frau­en aus­zu­schlie­ßen. Damit ist und bleibt der Cha­rak­ter des Män­ner­bunds an­ti­de­mo­kra­tisch und eli­tär. Bür­ger­li­chen Me­di­en wie SPIE­GEL und Co., die sich le­dig­lich em­pö­ren, wenn es Ver­bin­dun­gen zwi­schen Neo­na­zis und Bur­schen­schaf­ten auf­zu­de­cken gibt, und den „li­be­ra­len“ Bün­den eine weiße Weste aus­stel­len, muss daher ve­he­ment wi­der­spro­chen wer­den: Nichts ist li­be­ral am Män­ner­bund!

Gegen alle Män­ner­bün­de!
Fe­mi­nis­ti­sche Ge­sell­schafts­kri­tik statt Män­n­er­klün­ge­lei!
Den Bur­schen­tag in Ei­se­nach zum De­sas­ter ma­chen!

von Gegen alle Männerbünde

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Josef vor Gericht: Ein Schauprozess gegen alle Antifaschist_innen

 

Wir sind nicht alle – es fehlen die Gefangenen!
Bild: REVOLUTION Wien

Am 6. Juni 2014 hat der „Prozess“ gegen Josef begonnen. Er ist ein antifaschistischer Aktivist aus Jena, welcher bei den Protesten gegen das Vernetzungstreffen der radikalen Rechten Europas in Wien – dem Akademikerball – festgenommen wurde. Seit mehr als 5 Monaten wird er in Untersuchungshaft gefangen gehalten. Die Straftaten, welche ihm vorgeworfen werden, sind schwere Sachbeschädigung, Rädelsführerei, Landfriedensbruch und absichtliche versuchte schwere Körperverletzung. Nicht nur die Begründungen für die Untersuchungshaftwaren an den Haaren herbeigezogen (Damit U-Haft verhängt wird muss diese begründet und immer wieder geprüft werden – bei Josef waren die Gründe „Verdunklungsgefahr“ und „Tatbegehungsgefahr“). Auch die Live-Berichterstattung las sich mehr wie eine bittere Satire als ein seriös geführter Prozess. Auf was der Prozess jedoch hinauslaufen sollte, war relativ klar: ein Exempel sollte an der antifaschistischen Linken statuiert werden – und Josef hat es erwischt.

Scheiben klirren und ihr schreit, Menschen sterben und ihr schweigt!

Die Stimmung des Prozesses war ziemlich eindeutig. Es wurde durchweg versucht, mit Bildern und Gruselgeschichten vom schwarzen Block sowie dem Daherreden von angeblich kriegsähnlichen Zuständen in Wien am 24.01., Josef für alle Schäden, die während der Demonstration passiert sind, verantwortlich zu machen. Da wurde schnell einmal aus einem Transparent ein Rammbock und aus zerbrochenen Fenstern die Apokalypse. Natürlich wird nicht erwähnt, von wessen Seite die Gewalt an diesem Abend ausging – nämlich von der Polizei, deren Provokationen die Wut vieler Aktivist_innen hervorriefen. Es wurde das Vermummungsverbot mit Brutalität durchgesetzt und die Pressefreiheit massiv eingschränkt. Aber letztendlich sind ohnehin die paar Glasscherben wichtiger, als die politische Frage. Nämlich die danach, warum wir in einem Staat leben, der aktiv rechte Recken, extreme Rechte und Faschist_innen schützt, während er antifaschistische Demonstrant_innen niederknüppelt und kriminalisiert. Doch ist dies kein Wunder in einem System, in welchem Rassismus und mörderische Abschiebepolitik zum traurigen Alltag gehören.

No Justice, No Peace!

Während der Verhandlung – die fast schon tragikomische Qualitäten hatte – wurden die Polizist_innen verhört, welche Josef belasteten. Sie starteten eine Reihe von Verwirrungen, widersprüchlichen Aussagen und eingestandenen Fehlern während der Verhaftung. Faktische Beweise von den Taten, die Josef begangen haben soll, gab es nicht. Das Soundgutachten zu einer Videoaufnahme, auf welcher er die Menge angefeuert haben soll die Polizeistation zu verwüsten, belegte, dass es nicht seine Stimme auf der Aufnahme war. Auf keiner Videoaufnahme sieht mensch Josef Steine auf die Polizei schmeißen, es ist nur zu sehen, wie er einen Mistkübel wieder aufstellt. Und trotz aller Unstimmigkeiten bei den Aussagen, zuzüglich des absoluten Beweismangels, wird Josef bis zum nächsten Verhandlungstermin im Juli weiter festgehalten und nicht freigelassen. Dies geschieht auf Grundlage absolut fadenscheiniger Begründungen. Wir stehen in Solidarität mit Josef und allen von Repression betroffenen Aktivist_innen! Gerade jetzt, wo die antifaschistische Linke von immer stärkerer Repression betroffen ist, ist es wichtig Antirepressions-Strukturen weiter auszubauen. Die funktionierende solidarische Bündnispolitik muss weitergeführt und verstärkt werden, denn ein Angriff auf Einen ist ein Angriff auf uns Alle. Antifaschismus darf sich nicht kriminalisieren lassen!

von Revolution Wien, bearbeitete Version

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